Zweite Lorenz Immobilienfonds: Fonds klagt nicht nur rückständige Beträge ein, sondern auch zukünftige

Viele Anleger haben eine Beteiligung an der Zweite Lorenz Immobilienfonds GmbH & Co. KG gezeichnet, wobei sie sich haben damit locken lassen, dass es ja eine Arbeitgebersparzulage gäbe. In sehr vielen, mir bekannten Fällen wurde dann der Arbeitsplatz gewechselt, wobei man vergaß, den neuen Arbeitgeber zur Weiterzahlung zu veranlassen. Manchmal kam auch Arbeitslosigkeit dazwischen. Jedenfalls lief ein Rückstand an Sparraten auf.

Nicht selten kommt es auch vor, dass Kreditbedarf besteht und unseriöse Berater meinen, erst müsse man Vermögen aufbauen. Dass das ausgerechnet mit dieser Fondsgesellschaft gar nicht möglich ist, wird natürlich verschwiegen. In praktisch allen mir bekannt gewordenen Fällen kam es dann auch nicht ein einziges Mal zu dem eigentlich dringend benötigten Darlehen.

Nunmehr kontaktierte mich ein solcher Anleger und legte mir das gegen ihn ergangene Urteil vor. Darin war er nicht nur zur Zahlung der rückständigen Raten verurteilt worden, sondern auch die künftigen Raten von monatlich 40 € zu erbringen. Leider war das Urteil schon rechtskräftig und somit nichts mehr zu machen. Bekanntlich habe ich mich ja bei mehreren Amtsgerichten (u.a. Saarbrücken, München, Ahrensburg) mit der Auffassung durchsetzen können, dass die Fondsgesellschaft selbst gar keinen Anspruch habe, weil die Anleger sämtlich als Treugeber beteiligt sind.

Ärgerlich ist in diesem Fall: der Anleger war anwaltlich vertreten. Nach den Feststellungen des Amtsgerichts hatte dieser aber das zentrale Argument nicht erkannt und eingewandt. Dass die Fondsgesellschaft selbst nach dem Gesellschaftsvertrag gar nicht in der Lage ist, die Sparraten einzufordern, wurde übersehen. Natürlich ist man dann auch nicht in die Berufung gegangen, so dass das Urteil rechtskräftig wurde. Ein klarer Anwaltsfehler, denn selbst dann, wenn der Anleger keinen Prospekt erhalten haben sollte, wäre aus der Beitrittserklärung allein schon ersichtlich gewesen, dass lediglich ein Treuhandvertrag begründet wurde. Nunmehr muss der Rechtsanwalt in die Haftung genommen werden.