Anlegerhaftung bei MS Anna Sophie: Landgericht Hamburg weist Klage eines Insolvenzverwalters ab

Mit Urteil vom 19.01.2018 hat das Landgericht Hamburg die Klage eines Insolvenzverwalters zurückgewiesen, der einen Anleger auf Rückzahlung erhaltener Auszahlungen verklagt hatte.

Was war geschehen?

Der Anleger war als Treugeber der Hansa Treuhand mit 50.000 € an dem Schiffsfonds MS Anna Sophie GmbH & Co. KG beteiligt. In den Jahren 2003 bis 2008 hatte er Auszahlungen von insgesamt 25.000 € erhalten. Der Insolvenzverwalter hatte sich den Freistellungsanspruch der Hansa Treuhand abtreten lassen und verklagte den Anleger auf Zahlung dieser 25.000 € nebst Zinsen. Er machte geltend, dass zur Insolvenztabelle Forderungen von rund 2,0 Mio. € festgestellt worden seien. Die vorhandene Masse belaufe sich noch auf rund 1,8 Mio. €.

Klage wurde abgewiesen

Das Landgericht hat die Klage des Insolvenzverwalters abgewiesen, weil sie unbegründet sei. Derzeit sei gar nicht ersichtlich, warum die Inanspruchnahme des verklagten Anlegers überhaupt erforderlich sei. Das hat damit zu tun, dass entweder widersprüchlich oder unklar dazu vorgetragen wurde, wie hoch die Masse (also das für das Insolvenzverfahren verfügbare Vermögen) tatsächlich war. Ist nämlich die um Verbindlichkeiten und Verfahrenskosten bereinigte Masse größer als die zu bedienenden Gläubigerforderungen, so besteht gar kein Bedarf dafür, den Anleger in Anspruch zu nehmen. Nur wenn die Masse kleiner ist als die anerkannten Forderungen der Gläubiger, besteht überhaupt ein Grund für die Inanspruchnahme der Anleger.

Es bleibt abzuwarten, ob das Urteil rechtskräftig wird.

Konsequenzen für Anleger

Der vom Landgericht Hamburg entschiedene Fall stellt eine Ausnahme dar. Derart „massereiche“ Verfahren sind gerade nicht der Regelfall, denn meist kann in einem derartigen Stadium des Verfahrens allenfalls ein Bruchteil der Gläubigeransprüche bedient werden. Daher ist davor zu warnen, aus diesem Urteil irgendwelche allgemeinen Schlüsse zu ziehen. Erst recht ist es eben nicht so, dass Forderungen der Insolvenzverwalter häufig unbegründet oder gar verjährt seien.

Sind Sie auch betroffen?

Es zeigt sich allerding einmal mehr, dass eine solche Forderung ernstgenommen und sorgfältig geprüft werden muss. Geht man damit nicht richtig um, kann sich durch einen aussichtslosen Prozess die Forderung in erheblichem Masse durch Verfahrenskosten und Verzugszinsen noch erhöhen.

Gerne prüfe ich die gegen Sie erhobene Forderung und kläre die Aussichten in einem möglichen Rechtsstreit. Unter Umständen gibt es ja Rechtsfragen, die sich Ihnen als einem Laien gar nicht aufdrängen. Sie können mich gerne unverbindlich anrufen, bevor Sie einen Prüfungsauftrag erteilen.