Landgericht Hagen: Commerzbank muss von Michael Minderjahn vertretenem Anleger Schadensersatz leisten

Das Landgericht Hagen verurteilte die Commerzbank am 14.12.2017 einem Ehepaar, das von Rechtsanwalt Michael Minderjahn vertreten wurde, vollen Schadensersatz zu leisten.

Was war geschehen?

Der Ehemann, langjähriger Kunde der Commerzbank, hatte 1999 erstmals eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds gezeichnet, dem CFB Fonds Nr. 130 Neue Börse Frankfurt. Vorher hatte er keine Erfahrungen mit diesen Vermögensanlagen. Die Bank vermittelte dem Ehemann später weitere geschlossenen Beteiligungen, angeblich als sicheres Investment. Der in Geldanlagen sicherheitsbedachten Ehefrau, die ebenfalls mit diesen Anlageklassen unerfahren war, wurde 2006 die Zeichnung an dem Fonds Prorendita Drei empfohlen, der in britische Lebensversicherungen investiert.

Commerzbank wurde verurteilt

Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme hat das Landgericht Hagen ein Urteil zugunsten der  Anleger gefällt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Berater seine Kunden nicht über alle wesentlichen Aspekte der Beteiligung aufklärte und auch die Provision der Bank verschwieg.

Zwar muss der klagende Anleger nahezu alle Fakten, begründen, darlegen und beweisen. Allerdings konnte die Commerzbank nicht einmal darlegen, wann der Ehefrau der Emissionsprospekt übergeben wurde. Die Klägerin hingegen konnte dem Gericht klarmachen, dass sie den Prospekt nicht vor Vertragsunterzeichnung erhalten hatte. Damit hätte der Berater sie über alle wesentlichen Aspekte der Beteiligung mündlich aufklären müssen, was jedoch nicht erfolgt war. Nicht viel anders verhielt es sich im Falle des Ehemannes.

Die Commerzbank erlitt auch eine Niederlage mit der Behauptung, sie habe die Vermögensanlagen lediglich vermittelt. Laut  Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, sind Banken und Sparkassen grundsätzlich als Anlageberater anzusehen. Im hiesigen Falle sah das Landgericht Hagen es als erwiesen an, dass der Ehemann keine ausreichenden Kenntnisse über geschlossene Fonds hatte und er damit auf den Sachverstand der Commerzbank angewiesen war.

Den Beweis für ihre Behauptung, die Anleger hätten die Vermögensanlagen auch dann gezeichnet, wenn sie die Höhe ihrer Provision gekannt hätten, blieb die Commerzbank schuldig.

Die erste Instanz ging im Sinne der Kläger zu Ende. Ob das Urteil rechtskräftig wird, bleibt abzuwarten.

Haben Sie auch in einen geschlossenen Immobilienfonds investiert?

Grundsätzlich trägt der Anleger die Gefahr, dass die Vermögensanlage nicht so funktioniert, wie sie soll. Allerdings setzt das zunächst voraus, dass Sie vor Zeichnung vollständig und richtig aufgeklärt wurden. Das bedeutet, dass Ihnen hätte klargemacht werden müssen,
wie risikoreich eine derartige Vermögensanlage ist,
dass derartige Vermögensanlagen nur mit einem sehr kleinen Teil des Vermögens sinnvoll sind,
wie solche Vermögensanlagen organisiert sind,
dass Sie den zugehörigen Prospekt gelesen haben müssen, der zahlreiche wichtige Informationen enthält und
Ihre Bank oder Sparkasse dafür eine Provision erhält, ohne dass Sie davon wissen.

Falls Sie Beteiligung nicht vor mehr als zehn Jahren gezeichnet haben, könnten Sie vielleicht Schadensersatz wegen falscher Beratung geltend machen. Das prüfe ich gerne für Sie. Ohne eine solche sorgfältige Prüfung sollten Sie kein Mandat erteilen, denn das Risiko eines etwaigen Prozesses tragen Sie. Immer muss nämlich der Anleger so gut wie alle Tatsachen nicht nur vortragen sondern auch beweisen, die seinen Anspruch begründen. Sprechen Sie mich an! Für ein unverbindliches Telefonat stehe ich gerne zur Verfügung.